Die berühmten Fahrradtaschen von Carradice verdanken ihre Entstehung der eigenen Not ihres Erfinders: Wilf Carradice, in den 1930er Jahren Arbeiter in einer der vielen Webereien der nordenglischen Industrieregion, nähte aus sogenanntem Cotton Duck, einem schweren, fadengewachsten Gewebe, eine wasserdichte Tasche, um nicht ständig mit durchnässtem Gepäck von seinen Radwandertouren heimzukehren. Der Name des Gewebes verweist auf das Vorbild im Tierreich: Enten fetten ihre Federn ein, um sich vor dem Eindringen von Wasser ins Gefieder zu schützen. Der für ein Cotton-Duck-Gewebe vorgesehene Baumwollfaden wird – durchaus vergleichbar – bereits vor dem Weben mit Paraffinwachs imprägniert. Die Folge: Das Gewebe daraus wird absolut wasserdicht, es verliert die Imprägnierung auch bei mechanischer Beanspruchung nicht, kann ohne Schwierigkeiten mit umweltfreundlichen Mitteln nachimprägniert werden und ist – wichtig bei Hitze – im trockenen Zustand atmungsaktiv. Die robusten Nähte und Doppelnähte gewährleisten nicht nur die Haltbarkeit der Taschen, sondern sie sind gleichzeitig wichtig für die Dichtigkeit: Bei Nässe quellen sie auf und verschließen so auch die Nahtstellen wasserdicht. Die dem Gepäckträger zugewandte Seite und der Boden sind doppelschichtig vernäht. Die Taschen von Carradice werden paarweise verkauft, wobei beide in Fahrtrichtung vorne abgeschrägt sind, um ausreichend Fersenfreiheit beim Pedalieren zu gewährleisten. Diese Packtaschen haben unter Reiseradlern – selbst unter Weltumrundern – einen hervorragenden Ruf (lediglich wenn sie – was eigentlich nur bei Extremtourenfahrern vorkommt – gänzlich untergetaucht werden, sind sie nicht mehr dicht). Für den alltäglichen Gebrauch etwa beim Einkaufen sind Sie damit bestens gerüstet.

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